Diagnostik und Therapie bei Schreibkrampf

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MITTEILUNG

Leider wird  im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen an der StKM GmbH auch die Stelle zur Behandlung bei Schreibkrampf nicht mehr fortgeführt.

Wir bedauern dies zutiefst und sind bemüht, diese wichtige Arbeit in einer neuen Umgebung und einem anderen Standort zeitnah zu etablieren.

Sie können mich auch weiterhin unter der genannten Mail-Adresse erreichen - die Telefonnummer ist nicht mehr belegt.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihr Vertrauen

 

 

Der Schreibkrampf wird als neurologische Störung den fokalen Dystonien zugeordnet. Beim einfachen Schreibkrampf ist nur das Handschreiben betroffen, bei der dystonen Form sind auch andere feinmotorische Aktivitäten (z.B. die Bedienung der PC-Tastatur oder der Maus; das Hantieren mit Essbesteck, Schminken oder Rasieren etc.) beeinträchtigt. Häufig ist die Störung ohne Behandlung progredient und bedeutet ein wesentliches Handicap im Alltag.

Symptomatik:

  • Unwillkürliche Verkrampfungen der Arm- und Handmuskulatur
  • Blockade von Gelenken
  • Eigenartige Stift- und Schreibhaltungen
  • Erhöhter Druck (auf das Papier, Auflagedruck des Arms)
  • Häufig erhöhte Griffkraft auf den Stift
  • Gestörte Kinematik (mangelnder Schreibfluss, Verlangsamung)
  • Schmerzen, Stress und/ oder Tremor
  • Zum Teil auch Beeinträchtigung anderer feinmotorischer Leistungen
Bild einer verkrampften Schreibhand
Abbildungen: Schreibhaltungen von Patienten mit Schreibkrampf

Als Alternative zu anderen Behandlungsformen bieten wir ein spezielles motorisches Training nach Prof. Mai und Kollegen an1.
Dieses Training, das in einer Studie von 2005 bis 2009 2 evaluiert und auf seine Wirksamkeit überprüft wurde, basiert auf der Annahme, dass es sich beim Schreibkrampf zum Teil um eine erlernte Bewegungsstörung handelt. Die Therapie zielt darauf ab, Fehlstrategien zu erkennen und durch geeignete motorische Übungen abzubauen.

Zum Training gehören

  • Eingehende Diagnostik (Klinische Beobachtung mit Erfassen der Schreib- und Stifthaltung; Aufzeichnung der Kinematik der Schreibbewegungen und des Drucks mit Hilfe eines graphischen Tabletts und einer speziell entwickelten Software CS; Messen der Griffkraft beim Manipulieren eines Objekts)
  • Analysieren und Aufbauen auf vorhandenem Potential
  • Abbau von erlernten Fehlstrategien (z.B. zu starkes Kontrollieren)
  • Einüben von adäquaten motorischen Strategien
  • Achten auf Schreibökonomie durch alternative Stifthaltung oder ergonomisch sinnvollere Schrift
  • Erstellen eines individuellen Heimprogramms
  • Einüben von flüssigen Alltagsbewegungen (bei dystoner Problematik)

 

Hinweis: Alle Untersuchungen sind nicht-invasiv und vollkommen ungefährlich.

Aufgrund unserer Erfahrungen und gestützt auf die Erkenntnisse aus der erwähnten Studie bieten wir zwei unterschiedliche Zeitmodelle an:

  • Trainingseinheiten im wöchentlichen Abstand
  • Intensivtherapie über ein bis zwei Wochen (vor allem für Patienten aus weiter entfernten Orten)

Dieses Training können auch erwachsene Patienten mit erworbenen Hirnschädigungen (z.B. nach Schlaganfall) und einer motorischen Schreibstörung nutzen.

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt auf mit Frau Fürholzer (Schreibtherapeutin)

e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     Bitte beachten Sie die neue Adresse

Anmerkungen:
1 Mai N., Marquardt C. (1999), Schreibtraining in der neurologischen Rehabilitation. borgmann publishing, Dortmund; überarbeitete Ausgabe 2011 (diese Ausgabe ist leider vergriffen; die neue Auflage können Sie über e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen)
2 Abschlußbericht der Studie: Evaluation eines motorischen Trainings zur Therapie von Schreibkrampf. Therapeutische Effekte von Trainingsintensität und Feedback der Fingerkraft.

Download: Abschlussbericht als PDF

 

Literatur

Fürholzer W. (2015)

Wenn das Schreiben Probleme macht... Dystonie aktuell Nr. 42, Frühjahr 2015

Fürholzer W. (2014)

Der Schreibkrampf - eine tätigkeitsspezifische Dystonie. Kann das Perfetti-Konzept erfolgreich in der Behandlung mit/ eingesetzt werden? Rundbrief VFCR Ausgabe 19, 12/2014

Fürholzer W. (2014)
Wieder schreiben können (Schreibtraining in der Neurorehabilitation). Ergopraxis Thieme-Verlag 2/14

Schneider A., Fürholzer W., Marquardt C., Hermsdörfer J., (2013)
Task specific grip force control in writer's cramp. Clinical Neurophysiology 11/2013

Schneider, A., Baur, B., Marquardt, C., Fürholzer, W., Jasper, I. & Hermsdörfer, J. (2011).
Writing kinematics and pen forces in writer´s cramp: Effects of task and clinical subtype. Clinical Neurophysiology, 121 (11):1898-1907.

Hermsdörfer, J., Marquardt, C., Schneider, A., Fürholzer, W. & Baur, B. (2011). Significance of grip forces and kinematics during handwriting in writer's cramp. Human Movement Science, 30 (4):807-817.

Baur, B., Fürholzer, W., Jasper, I., Marquardt, C., and Hermsdörfer, J.
Effects of modified pen prip and handwriting training on writer's cramp.
Arch.Phys.Med.Rehabil. 90 (5):867-875, 2009

Baur, B., Fürholzer, W., Jasper,
I., Marquardt, C., and Hermsdörfer, J.
Auditory grip force feedback in the treatment of writer's cramp
Journal of Hand Therapy 22 (2):163-171, 2009


Hermsdörfer, J., Schneider, A. ,Fürholzer, W., Marquardt, C., und Baur, B.,
Aufgabenspezifität der Kraftkontrolle bei Schreibkrampf.
Klinische Neurophysiologie 40:95, 2009

Baur B., Schenk T., Fürholzer W., Scheuerecker J., Marquardt C., Kerkhoff G., Hermsdörfer J.
Modified pen grip in the treatment of writer's cramp. Hum.Mov Sci. 2006; 25: 464-473

Fürholzer W., Baur B., Steidle B. & Hermsdörfer J. (2005)
Training zum Abbau von motorischen Fehlstrategien bei Schreibstörungen. In:
Minkwitz K. & Scholz E. (Hrsg.): Standardisierte Therapieverfahren und Grundlagen des Lernens in der Neurologie. Schulz-Kirchner Verlag: 69-78

Schenk T., Steidle B., Marquardt C. & Baur B. (2004)
Does training improve writer's cramp? - An evaluation of a behavioral treatment approach using kinematic analysis. Journal of Hand Therapy 17: 349-363

Mai N., Marquardt C. (1999)
Schreibtraining in der neurologischen Rehabilitation. Borgmann, Dortmund (neue erweiterte Auflage 2011) - diese Auflage ist leider vergriffen; eine neue Auflage (2014; im Eigenverlag) ist soeben erschienen und kann über  e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden.